Cudillero

29. Juni 2022

Das Städtchen wollte uns heute einfach nicht gehen lassen.

Wir unternahmen nach der Beibootanlandung eine Vormittagswanderung. Hier ein paar Impressionen:

Auf der Rückkehr fand heute das Hauptfest mit einer Prozession statt.

Mit Totenkopf….
Ellenlange Ansprachen….

Danach genossen wir noch eine Weile die 10-köpfige Band auf dem Hauptplatz. Die Leute tanzten (auch ich konnte mich nicht zurückhalten) und es war eine Superstimmung, wenngleich sich heute die Sonne nicht zeigen wollte.

Es brandet draussen

Am Abend gab es alsdann vegetarische Spaghettis an einer Tomatensauce à la Adrian mit viiiel Zwiebeln und Knoblauch.

Der Smutje am Kochen
E Guete 😉

Gijon – Cudillero

28. Juni 2022

Endlich mal ein richtig schöner Segeltag, auch wenn der Wind etwas stärker hätte sein dürfen, doch er kam meist aus einer segelbaren Richtung. Wir genossen es, die wärmende Sonne wie den blauen Himmel. Auch der Wellengang war gegenüber den letzten Tagen moderater.

Auch unterwegs ist immer was zu tun
Bei diesen schönen Verhältnissen musste doch die Concertina wieder einmal „belüftet“ werden 😉

Die Einfahrt in den Hafen von Cudillero war einfach überwältigend. Kein Vergleich gegenüber der Stadt Gijon. Die Häuserkulisse hier erinnert eher an ein italienisches Cinque Terre Städtchen.

Jungfernfahrt mit dem Beiboot

Nach dem Festmachen an einer Boje ruderte mich Adrian mit dem Beiboot an Land, worauf wir uns auf eine Städtchenbesichtigung begaben.

Genau an diesem Wochenende findet hier ein Fest statt, weshalb wir wohl einen Tag länger bleiben.

Wieder mal eine Kirchenbesichtigung…

Das obligate Nachtessen in einem feinen Restaurant liessen wir natürlich auch nicht aus …

Die Mea Requies mit „Ankerlicht“ sicher an der Boje
„Mein Fährimann“ 😉

Lastres – Gijon

27. Juni 2022

Nach genau vier Stunden hatten wir um 14:00 Uhr die 19,6 Seemeilen nach Gijon achteraus. Einmal mehr kaum Wind, und der mehrheitlich von vorne. Soll das die von Seefahrern so gefürchtete Biskaya sein?

Fischer
Vor Gijon
Dieses Monument später unten von der anderen Seite
Gijon im Fischerquartier.

Diese mehrheitlich moderne Stadt ist doch eher ernüchternd. Nach über 13‘000 Schritte gelangten wir doch noch in den schöneren Stadtteil. Zuvor sah ich keinen Anlass die Kamera zu zücken. Hier noch ein paar nette Impressionen:

180°-Panorama
Was für ein Vieh!
In der rechten Hand einen Joint….
Mampf….
Hier im Hafen Yachten vom Yachtclub La Rochelle, die innerhalb 60 Stunden hierher motorten
Da war unser 4-Stunden-Track doch kürzer ;-))

Ribadesella – Lastres

26. Juni 2022

Bereits nach guten zwei Stunden erreichten wir um 12:15 Uhr den bisher günstigsten Hafen in Lastres, gerade mal € 20.–, nicht nur für eine, sondern für drei Nächte (!). Leider abermals ohne günstige Winde, um zu segeln. Eine der nächsten Dieseltankstelle wird es uns wohl danken….

Adios Ribadesella
Vor dem Hafen vonLastres

Bald darauf begaben wir uns auf eine Wanderung auf die Anhöhe, und zurück durch die schönen Gassen und Häuser dieses Ortes.

Dann war eine Siesta an Bord angesagt, bevor wir ein feines Nachtessen im Hafenrestaurant genossen. Auf Bilder davon verzichte ich dieses Mal, damit ihr uns nicht beneidet 😉

Auf dem „Nachhauseweg“
Und unser heutiger Track, gerade mal 10,1 Seemeilen…

Llanes – Ribadesella

25. Juni 2022

Um 10:45 Uhr verliessen wir den schönen Ort Llanes mit ganz tollen Erinnerungen.

Immer wieder wunderschöne Felsformationen

Um14:00 Uhr liefen wir alsdann in die Bucht und in den Hafen von Ribadesella ein. Einmal mehr schwacher Wind wiederum von vorne und Wellen bis 3 Meter, war das eine Schüttlerei, so dass wir froh waren wieder in ruhigere Gewässer zu gelangen.

Nach einer Siesta an Bord erkundeten wir das Städtchen und sahen den Wellensurfern zu, bevor wir uns zu einem Sidra-Apero (der hier traditionell von einem geübten Kellner aus 1,5 Meter Höhe blind genau ins Glas gegossen wird).

Wellensurfer
Die Mea Requies sicher vertäut

Und anschliessend begaben wir uns zu einem feinen Nachtessen.

Der führt „meinen“ Lobster spazieren…
Leckere Jakobsmuscheln, schliesslich befinden wir uns am Jakobsweg 😉
Der Hauptgang
Mein erste Lobster auf diesem Törn, mhmmm
und unser heutiger Track

San Vincente de la Barquera – Llanes

24. Juni 2022

War das ein Tag, und was für einer. Treffend ausgedrückt einfach ein Tag der Superlative. Das Einzige was fehlte war der Wind. Nun also von Anfang an. Um 08:22 Uhr verliessen wir den Hafen von San Vincente de la Barquera mit dem Ziel Llanes, das besonders reizvoll sein soll.

Beim Ablegen
Adios San Vincente de la Barquera
Unterwegs mit Schneebergen in der Ferne

Unterwegs überholte uns ein Baggerschiff und dessen Kapitän rief uns über Funk an, ob wir ein Foto wünschen. Klar sagte ich zu. Über WhatsApp schrieb er, dass sein Hobby auch segeln ist, und er eine Sun Fast 36 sein Eigen nennt.

Mit der freundlichen Crew

Später als er den Hafensand im Meer entlud fuhren wir an ihm vorbei, natürlich unter Segel, auch wenn es wenig Wind hatte, aber ich wünschte mir schon lange ein Foto unter Segel. Hier sind sie:

Danach erwartete uns eine spannende Einfahrt in den Hafen von Llanes, wo uns ein Superplatz (der einzige) zugewiesen wurde.

Vor Llanes

Adrian fuhr ein ganz gutes Anlegemanöver, ausser dass er mir zu wenig Zeit liess die Fender und Festmacher vorzubereiten, einen Saustress bereitete er mir 😐 Darauf begaben wir uns auf eine Stadtbesichtigung dieses absolut sehenswerten Ortes.

Wie sind die hier gelandet?
Unser Superplatz :-))

Nach einer Siesta an Bord war Einkaufen angesagt und wir entdeckten ein Plakat eines Blueskonzertes, das heute im Casino von llanes stattfinden soll. Da mussten wir doch einfach hingehen. Dank zwei netten spanischen Damen, mit den wir in der Warteschlange ins Gespräch kamen, erhielten wir noch die letzten Plätze.

Anstehen vor dem Konzert vor dem schönen Casino

Die Gruppe von „GREG IZOR“ bot wirklich fantastische Bluesmusik.

Auf dem Nachhauseweg genossen wir alsdann noch ein kleines Nachtessen mit frittierten Kalmarringen.

… und noch unser heutiger Track

Santander – San Vincente de la Basquera

23. Juni 2022

Endlich ging es weiter, so legten wir heute 38,5 Seemeilen zurück.

Adios Santander

Teils unter Segel am Aufkreuzen, teils unter Maschine, da der Wind mit 5 Beaufort wieder einmal voll auf unsere Nasen wehte, aber wir genossen es, endlich wieder auf See zu sein. Einmal mehr gingen unterwegs Regenschauer nieder, jedoch umso mehr noch vor der Hafeneinfahrt.

Adrian plotschnass nach dem Segelbergen

Im kleinen Hafen war kein Hafenmeister aufzufinden und wir kaperten einen freien Bootsplatz. Frustrierend war, dass wir über einen Liter Diesel in der Bilge hatten, da die Werft in Hendaye den Inspektionsdeckel undicht montierte. Es gibt schönere Jobs auf einem Schiff, als die Bilge von Diesel zu reinigen. Bedenklich, dass Adrians und meine Arbeiten viel erfolgreicher waren, als jene der „Boots-Spezialisten“ in Hendaye. Und der neue Kühlschrank funktioniert immer noch 😊

Darauf nahm ich kurzentschlossen den Bootshaken zum Stadtrundgang mit, damit wir auf dem Rückweg das verschlossene Stegtor von der Innenseite wieder öffnen konnten. So wurden wir hier in San Vincente de la Basquera nach der Bilgenreinigung mit einer feinen Paella entlohnt.

Und unser heutiger Track

Santander, immer noch…

22. Juni 2022

Ja, immer noch Santander, aber morgen geht es hoffentlich endlich weiter, nachdem wir den lange ersehnten Kühlschrankkompresser heute innerhalb 8 (!) Stunden erfolgreich in Teamarbeit einbauen konnten.

Adrian am Bohren…
und ich am Verrenken…

Auf den Schiffen ist es immer so eine Sache mit der Zugänglichkeit, mein Rücken und meine Glieder danken es mir… Viel mehr gibt es über den heutigen Tag nicht zu berichten, ausser dass er nach all dem Ärger, unzähligen Telefonaten und e-mails mit der DHL doch noch einen glücklichen Ausgang mit einem funktionierenden Kühlschrank nahm. So freuen wir uns auf eine hoffentlich unbelastete Weiterfahrt nach diesen langen Hafentagen in Santander Richtung Westen.

Verdientes Nachtessen

Santander -Bilbao – Santander

21. Juni 2022

Ja, warum wieder nach Bilbao, da war ich doch mit der Mea Requies schon einmal? Aber dieses Mal fuhren wir nicht mit der Mea Requies zurück nach Bilbao, sondern mit einem Mietauto. Und warum mit einem Mietauto? Das DHL-Paket hätte doch um 11:00 Uhr hier in Santander abholbereit sein sollen. Dachten wir. Doch wie weitere unzählige Telefongespräche ergaben, soll es in Bilbao geblieben sein. DHL kann es nicht an einen anderen Ort, entgegen den gestrigen Zusicherungen, umleiten. Frust pur! Einfach unglaublich! Unsere Nerven wurden echt auf ein nahezu unerträgliches Niveau strapaziert, dennoch trugen wir es mit einer gewissen Portion an Humor, wofür ich Adrian echt dankbar bin. Also entschloss ich mich am Flughafen von Santander (nach einem ergiebigen Fussmarsch) ein Auto zu mieten und zum DHL-Punkt nach Bilbao zu fahren.

Endlich das lange ersehnte Paket in Händen
Mit Mietauto

Erst gegen am Abend waren wir mit dem DHL-Paket auf der Mea Requies zurück und hatten nach diesen Tag keine Lust mehr mit dem Einbau des Kompressors zu beginnen. Stattdessen genossen wir im Hafenrestaurant als „Trösterlis“ ganz feine Jakobsmuscheln.

Morgen wagen wir uns dann an die Installation des Kompressors und Verdampfers mit allen zugehörigen Teilen, und hoffen übermorgen endlich wieder in See stechen zu können. Wir werden sehen….

Santander

20. Juni 2022

Heute kam die Nachricht von DHL, dass der Kompressor nach Bezahlung des Zolls bald abholbereit sein soll. Aber eben, wir sind nun in Santander und nicht mehr in Bilbao (ursprünglicher Lieferort). Online konnte Adrian das Paket an den von uns nächst entfernten DHL-Point nachsenden lassen. Mal sehen, ob das nach unzähligen Telefonaten, e-mails und Adrenalin-Ausstössen zeitnah funktioniert. Nach dieser Nachricht fuhren wir mit dem Bus in die Stadt Santander, die nach einem Grossbrand anno 1941 fast völlig neuaufgebaut wurde.

Grossbrand Santander 1941
Und heute mit Seidenbaum.Alleen
Die bunkert etwas mehr, als wir auf der Mea Requies

Ein Besuch wert ist hingegen ist die „Catedral de Santander“. Die Kathedrale wurde zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert auf dem Hügel von Somorrostro als Kirche einer im Jahr 1187 gegründeten Abtei errichtet.

Obere Kirche
Untere Kirche

Restaurants hat es übrigens mehr als genug.

Mittagspause
Hier hatten wir vorgestern eine heftige Grundberührung, aber nirgendwo ein Hinweis oder Markierung
Am 3. November 1893 löschte das Dampfschiff CABO MACHICHACO, das am Ausgangsdock Nummer 1 der Maliaño-Docks festgemacht war, seine für den Hafen von Santander versandte Fracht, als um zwei Uhr nachmittags ein Feuer an Bord ausbrach, anscheinend verursacht durch den Bruch einer Schwefelsäureflasche.
Die Flammen griffen auf die Waren im Bugladeraum über, wo vor allem Papierballen, Bretter, Eisenwaren und unzählige Stahlprodukte aus Hochöfen transportiert wurden.
Die Explosion von Cape Machichaco tötete 590 Menschen bei einer Bevölkerung von 50.000 und veränderte die Regeln der Weltschifffahrt sowie das Design der Stadt. 

Auf dem Schiff zurück ergab ein Telefongespräch von Adrian mit DHL, dass der Kompressor um 11:00 abholbereit sein könnte. Mal sehen, wir hoffen weiterhin. Übrigens waren wir heute mit 20’930 Schritten genug unterwegs…