Lagos

14. August 2022

Heute „charterten“ wir zuerst eine Motorbootfahrt mit sechs weiteren „Landratten“ zu den Felsgrotten.

Die Fahrt in und um die Grotten war sehr erlebnisreich und imposant. In den Felsenkulissen war mit etwas Phantasie ein halber Zoo zu erkennen; Elefanten, Kamele, Adler, etc.

Vor der Rückfahrt konnten wir noch kurz ins kalte Wasser springen (mein erstes Baden im diesjährigen Törn).

Hier ein paar Impressionen (die Auswahl der vielen schönen Bilder war etwas schwierig, deshalb etwas zu viele):

Laut einem englischen Journal der schönste Strand von Portugal
In der Mitte der Adlerkopf
Elefant oben, oben, oben schauen! 😉
Einfach faszinierend….
Lichtspiel 1
Lichtspiel 2
Verlockende kleine Strände
Mit Hund…

Darauf unternahmen wir noch eine Rundfahrt mit dem „Bähnli“, die im Vergleich zur Bootsfahrt jedoch eher enttäuschend war.

Der Leuchtturm vom Land her

Nach einem Gross-Einkauf gingen wir zurück auf die Mea Requies und begaben uns bald in das uns gestern empfohlene und bereits reservierte Restaurant „Barrigada“ um dort einen feinen Steinbutt zu verspeisen. Dieses äusserlich unscheinbare Lokal können wir hingegen mit Freuden absolut empfehlen.  

Der Chef 😉
Hmmmm…

Sagres – Lagos

13. August 2022

Über die Nacht am Anker regnete und gewitterte es seit langem teilweise heftig.

Da spielte der Barograph doch schon etwas verrückt….

Überhaupt ist das Klima noch immer kühl, obwohl wir uns auf dem Breitengrad von 37° Nord befinden (die Balearen befinden sich etwa 333 km nördlicher). Wenn die Sonne scheint, sucht man den Schatten auf, aber sobald sie untergegangen ist, reicht ein T-Shirt bei weitem nicht mehr aus, vor allem, wenn dann noch ein kühler Wind weht.

Sehr bald nach dem Ankerlichten rollte ich die Genua (grosses Vorsegel) raus und wir machten eine rassige Fahrt Richtung Osten, bis dann der Wind „seine Routine“ erneut wieder fand…

Immerhin konnten wir schlussendlich doch ziemlich gemütlich bis kurz vor die für die Westalgarve bekannten Felsformationen, mit unzähligen Grotten, segeln. Mehr davon dann morgen 😉

Auf dem Weg zum Yachthafen
„Landrattenschiff“
Richard hochkonzentriert nach der Brückendurchfahrt zum Hafenplatz

Nach dem gefühlten ewig lange Anmeldeprozedere im Hafen wurde uns ein Hafenplatz zugewiesen, und bald darauf begaben wir uns auf eine Stadtbesichtigung.

Die unscheinbare „Igreja de Santo António“ aus dem 17. Jh. welche von keiner anderen Kirche der Algarve überboten werden soll.
So viel Gold…..

Auf dem Rückweg reservierte Richard in einem Restaurant einen Tisch für den Abend, um dort eine Paella zu geniessen.

Auf dem Nachhauseweg …
… und über die Fussgängerbrücke zum Hafenplatz

Vila Nova de Milfontes am Rio Mira – Sagres

12. August 2022

In der dunklen Nacht verliessen wir um 05:40 Uhr „unsere“ Boje. Die Ausfahrt aus dem Rio Mira war mehr als spannend. Dieses Mal war ich echt froh um die elektronischen Hilfsmittel, konnte ich doch dem gestrigen Track nachfahren, was in diesem wirbelnden Gezeitenstrom gar nicht so einfach war und höchste Konzentration erforderte.

Man sieht die vielen notwendigen Kurskorrekturen infolge der Gezeitenströmungen…

Erst 06:45 Uhr dämmerte es und wir konnten die Positionslichter ausschalten.

Doch der Wind behielt seine „Routine“ bei und erst um 10:44 Uhr konnten wir die Segel setzen und den Motor ausschalten. Aber er hielt nur knappe 2 Stunden durch, also wieder Diesel verbrennen.

Kurz vor dem „Cabo de São Vicente“, dem südwestlichsten Punkt von Europa, wurden wir über längere Zeit von einer völlig verspielten Delphinschule begleitet. Man kann sich von diesen wunderbaren Tieren einfach nur faszinieren lassen.

Delphinpaarung
Auf Fotojagd…

Nach dem „Cabo de São Vicente“ frischte der Wind abermals auf und wir konnten sehr schön bis in die Ankerbucht von Sagres segeln.

Der südwestlichste Punkt von Europa mit dem Felsen „Gigante“
Von Süden…
In der Bucht von Sagres

Und was macht man in der Bucht von Sagres, nachdem der Anker gefallen ist? Genau:

Der Ankertrunk, ein Sagres

Danach fuhren wir mit dem Beiboot an Land, um die Gegend zu erkunden.

Die Mea Requies am Anker

Vor allem aber fanden wir dann auch ein exzellentes Restaurant in der Bucht von Baleeira, wo Richard das erste Mal in seinem Leben Entenmuscheln geniessen konnte.

Hafen Baleeira
Entenmuschel, eine Delikatesse :-))
Faszinierende Geschöpfe

Darauf gab es noch einen feinen grillierten Fisch, bevor wir dann wieder mit dem Beiboot bei stürmischem Wind zur Mea Requies zurückfuhren.

Summa summarum erlebten wir heute einen tollen und absolut erlebnisreichen Tag 😊

Sines – Vila Nova de Milfontes am Rio Mira

11. August 2022

Zuerst war eine Dusche in der sauberen sanitären Anlage des Hafens angesagt. Dort hatte es auch eine Toilette für die ganz, ganz Kleinen, so süss 😊

Danach unternahmen wir eine Museumsbesichtigung und einen grösseren Einkauf.

Ein prähistorisches SUP

Bald darauf verliessen wir den Hafen von Sines. Der Wind hat sich in den letzten Tagen offenbar eine Routine zugelegt, nur dass er heute etwas mehr wehte. Dennoch mussten wir auf dem halbem Weg motoren. Bereits vor der Einfahrt nach Vila Nova de Milfontes am Rio Mira empfing uns ein netter einheimischer Motorbootfahrer, und offeriert uns in diesem schwierigen Gewässer vorauszufahren, also quasi uns zu lotsen. Bei Niedrigwasser (Ebbe) ist eine Ein- und -Ausfahrt in diesen Flusslauf wegen den geringen Wassertiefen nicht zu empfehlen Siehe Track unten).

„Lotse“ voraus

Aber nicht nur das, er reichte uns auch noch die Leinen seiner eigenen Boje, sodass wir nicht ankern mussten. Einmal mehr muss ich der Gastfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Portugiesen ein Kränzchen winden.

Er erzählte uns, dass an dieser Küste am 31. Juli eine Yacht mit einer fünfköpfigen Familie an Bord von Orcas versenkt wurde. Sie wurden dann von ihrer Rettungsinsel von einem Fischerboot abgeborgen. Kurz darauf bissen sie das Ruder einer anderen Yacht mit zwei Personen an Bord durch.

Er erzählte uns auch, dass die Orcas inzwischen nordwärts gewandert sind, was ich doch sehr hoffe (Siehe Karten unten) …

Nachdem Richard ein feines Nachtessen kochte, fuhren wir mit dem Dinghi an Land, um das schöne Städtchen zu besuchen. Eine wahrliche Perle auf meinem Törn 😊

Ein paar Impressionen dieses hübschen Ortes:

Hier zwei Ausschnitte (für Monat Juli) der Orca-Interaktionen aus: https://www.orcaiberica.org/last-interactions

Und für August. Offenbar sind sie wirklich nordwärts gezogen!

Und unser Track
Und im Detail

Anker östlich Tróia – Sines

10. August 2022

Vor 09:00 Uhr lichteten wir den Anker, um unsere Fahrt nach Sines anzutreten. Erst um 13:30 kam genügend Wind auf, um die Segel zu hissen. Doch bald ging ihm der Atem aus und er dreht auch noch zu unseren Ungunsten, sodass wir unter Segeln dänisch aufkreuzten (unter Segel motorten), um noch vor 18:00 Uhr in den Hafen von Sines zu gelangen.

Sines mit der Burg

Bald darauf begaben wir uns in die Stadt, um nach einem längeren Spaziergang erfolgreich ein Fischrestaurant aufzusuchen. In der Burg von Sines wurde 1460 Vasco da Gama, der Entdecker des Seeweges nach Indien, geboren.

Vasco da Gama
„Unser“ Hafen
Und unser Track

Sesimbra – Setúbal – Tróia – Anker

9. August 2022

Auch heute zeigte sich die Sonne bereits beim Aufwachen. Nach dem Duschen fuhren wir zuerst zur Tankstelle, um Diesel zu bunkern.

Möwen, die den Fischer belästigen….

Leider schlief der Windgott noch und wachte erst später auf.

Unterwegs
Setúbal voraus

Als wir den Hafen von Setúbal erreichten, teilte uns der Mariniero mit, dass sie keinen Platz haben. Über Funk erhielten wir zuvor keine Antwort. Er meinte, wir sollen es im gegenüberliegenden Hafen Tróia versuchen. Über Funk teilten sie uns mit, dass auch sie über keine freien Plätze verfügen. Was tun? Den nächsten Hafen Sines hätten wir trotz mittlerweile gutem Wind erst nachts erreicht, und ob wir dort einen Platz finden würden, ist völlig offen. Also entschlossen wir uns vor Anker zu gehen.

Nach einer Siesta kochte Richard schwarze Spaghetti an einer feinen Thon-Sauce.

Es schmeckte uns
Abendstimmung am Ankerplatz

Und unser heutiger Track:

Lissabon – Sesimbra

8. August 2022

Erstmals zeigte sich die Sonne schon beim Aufwachen. Um 10:20 Uhr legten wir vom Steg in Lissabon ab, um die geöffnete Fussgängerbrücke, die über den Hafeneingang führt, zu passieren.

Richard beim Fender versorgen

Die Fahrt aus dem Fluss Tejo war abwechslungsreich.

Seefahrerdenkmal
„Landratten“-Boot/-Auto

Die Fahrt entlang der Küste bis nach Sesimbra war mangels Wind dafür eher etwas langweilig. Selbst die See wies erstmals auf meinem Törn kaum eine Atlantikdünung auf.

Cabo Espichel
Vor Sesimbra

Den Hafen Sesimbra rief ich vor der Hafeneinfahrt über Funk auf und bald winkte uns ein Mariniero zu, um uns zu einem freien Platz zu führen. Im Hafen von Lissabon riet uns ein einheimischer Segler von diesem Hafen ab. Kein Platz und unfreundliches Personal. Beides stimmte nicht, und es wäre das erste Mal für mich gewesen. Überhaupt erlebte ich die Menschen auf meinem ganzen Törn stets sehr freundlich und hilfsbereit.

Bald nach dem Ankertrunk marschierten wir dem Strand entlang zur Stadt, um ein Restaurant aufzusuchen. Sesimbra ist für seine feine Fischküche und seine grosse Fischereiflotte bekannt, die insbesondere Sardinen fängt. So kam dann Richard auch zu seinen geliebten Sardinen 😊

Auf dem Nachhauseweg:

Ein wunderbares Sandkunstwerk, vergänglich, wie das Leben….

Und unser Track:

Lissabon

7. August 2022

Um 10:00 Uhr begaben sich Richard und ich zu Fuss zum ehemaligen Kohlenkraftwerk östlich von unserem Hafen.

Kunstausstelung

Dort drinnen muss eine unerträgliche Hitze geherrscht haben und die Rauchwolken aus den Kaminen waren wohl kaum weniger. Deshalb wurde es wohl etwas ausserhalb der Stadt gebaut.

Mit der Bahn gelangten wir alsdann in die Stadt, um die kürzere Sightseeing-Tour durch die Altstadt zu unternehmen. Hier einige Impressionen:

Denkmal für die gefallenen Soldaten im 1. Weltkrieg

Darauf fuhren wir mit der legendären und nostalgischen „Elevator da Gloria“ den „Berg“ hinauf.

Danach wollten wir noch mit der legendären Tramlinie 28 eine Rundfahrt unternehmen, jedoch die lange Warteschlange schreckte uns ab, und wir entschieden uns für die kürzere Linie 12. Allerdings waren zu Beginn auch in diesem Tram alle Plätze besetzt, selbst die Stehplätze. Ein Erlebnis war es dennoch, auch wenn wir uns anfangs wie Sardinen vorkamen.

Am Abend begaben wir uns zu Fuss zum nächsten Hafen mit zahlreichen Restaurants. In einem davon fanden wir einen guten Platz und bestellten je ein Fischmenu. Wir waren ziemlich überrascht, als der Kellner statt normalem Besteck Stäbchen auf unserem Tisch platzierte. Als das Essen alsdann aufgetischt wurde, wussten wir warum. Wir haben Sushi bestellt, das dann aber ganz schmackhaft war.

Auf dem Heimweg

Fazit: Lissabon ist wahrlich ein Besuch wert. Schon seit Jahren wollte ich diese Stadt mal besuchen, aber sie mit dem eigenen Schiff anzulaufen, war doch ein ganz besonderes Erlebnis.

Lissabon

6. August 2022

Heute fanden wir den Sightseeing-Bus schneller und genossen die Fahrt im Osten aus dem Zentrum von Lissabon mit all den modernen Bauten deren zum Teil futuristischer Architektur.

Einige davon werden nach der Weltausstellung im 1998 weiter benutzt. Nach der Rückkehr begab sich Elisabeth auf Shoppingtour und ich schlenderte durch die Altstadt.

Viiiiel Gold……

Richard war erst wenige Minuten vor uns, nach seinem Flug von Basel, auf dem Schiff angelangt und nach einem Begrüssungstrunk begaben wir uns bald ins gleiche Restaurant, von dem wir zwei Abende zuvor schon so begeistert waren.

Und wir waren abermals begeistert 😊

Am Morgen um 04:25 Uhr begleitete ich Elisabeth zum Taxi, das sie zum Flughafen fuhr. Mit Wehmut, aber auch vielen tollen und schönen Erinnerungen und Abenteuern liess ich sie dennoch ungerne gehen. Bald sehen wir uns ja Ende August wieder.

Lissabon

5. August 2022

Am Morgen war zuallererst ein Gang zur Wäscherei angesagt. Dank App fanden wir nicht weit entfernt einen effizienten und tipptopp eingerichteten Waschsalon.  Zwischen den Gängen reichte es für einen Snack und Lebensmitteleinkauf, bevor wir alles sauber und trocken zum Schiff zurückbrachten.

Am Nachmittag irrten wir etwas umher, bis wir die Busstation der Sightseeing-Busse fanden. Doch nach erfolgreicher Suche genossen wir die Fahrt durch das schöne und geschichtsträchtige Lissabon mit all seinen Sehenswürdigkeiten und schönen Plätzen.

Auch das Laufen kam nicht zu kurz.

Am Abend war Bordküche und Gemütlichkeit angesagt 😊