Brest

23. Juli 2021

Über diesen Tag gibt es nicht viel zu sagen. Um 08:20 verliess mich Richard um seine Heimreise anzutreten. Wir verbrachten eine ganz tolle Zeit zusammen und viele Erlebnisse sowie schöne Orte bleiben unvergesslich. Dann war Putzen, Wäsche, Aufräumen, etc. angesagt, denn ich erwarte in der nächsten Nacht „ganz hohen Besuch“; meinen Schatz Elisabeth. Ich freue mich riesig auf sie, um weitere schöne Orte zu erkunden.

Fotos folgen bald 😉

Brest

22. Juli 2021

Beim Hafenbüro erkundigten wir uns nach einer Mechanikerwerkstätte, doch die ersten drei hatten erst ein paar Tage später Zeit, um unserem Problem nachzugehen. Doch bei der vierten hatten sie mit uns Erbarmen, und schickten uns anfangs Nachmittag einen sehr kompetenten Mechaniker. Der stellte nach längerem Suchen fest, dass das Ventil beim Tank völlig verstopft war. Zusätzlich baute er vor dem Dieselfilter eine Handpumpe ein, was er bei allen Schiffen praktiziere. Ich fand das eine sehr kluge Idee. Er fuhr mich dann mit seinem Motorboot an einen anderen Steg, in dessen Nähe er sein Auto parkiert hatte und darauf zur Werkstatt, damit ich meine Schulden begleichen konnte. Nach dem Bezahlen fuhr er mich mit seinem Auto wieder zum Hafen. Hier in Brest, wie in Cherbourg, erlebten wir eine grossartige Hilfsbereitschaft und konnten uns kaum genug dafür bedanken. Dann um 15:50 unternahmen wir völlig erleichtert eine kurze Fahrt zur Marina de Château, die viel näher beim Zentrum von Brest liegt. Dort wartete dann ein exzellentes Nachtessen auf uns und darauf einen feinen Singlemalt an Bord.

Île de Ouessant – Brest

21. Juli 2021

Unser nächstes Ziel war die Île Molène, also Anker auf und los. Doch der Wind liess bald wieder nach, also haben wir wiederum den lieben Dieselgott um seine Hilfe gebeten. Doch war es der Gott, oder der Diesel? Die Maschine stotterte und setzte nach ein paar Minuten immer wieder aus. Nach jedem x-maligen Startversuch lief sie nur für ein paar Minuten. Richard und ich waren uns einig, unter diesen Umständen mussten wir die Île Molène vergessen und möglichst einen Hafen mit einem Mechaniker aufsuchen. Dafür kam eigentlich nur Brest in Frage. Mit sehr leichten Winden segelten wir mit jeweils kurzer Maschinenunterstützung Richtung Brest. Der arme Anlasser….. Um 21:00 erreichten wir unter Segel die Tankstelle in der Marina de Château in Brest, um darauf die Marina de Moulin Blanc anzulaufen, die wir alsdann um 23:00 erreichten.

L’Aber Wrac’h – Île de Ouessant

20. Juli 2021

Einmal mehr keinen Windhauch, also kam wiederum der Dieselgott zum Zug. Auf dem Weg zur Île de Ouessant setzte der Motor ein paar Male aus, liess sich dann aber wieder starten. Wir hatten noch etwa 20 Liter im Tank. Also daran kann es nicht gelegen sein. Ich vermutete, dass die Dieselpumpe nicht mehr zu 100% arbeitete. So bereitete ich mich mental schon mal auf den nächsten Mechaniker-besuch vor….. Bei der Westbucht warfen wir alsdann den Anker, wasserten das Beiboot und marschierten geradewegs zu einem Restaurant, das ich im Jahr zuvor mit Laurent besuchte. Leider war es bereits ausgebucht. Schade. Wir fanden alsdann ein anderes, aber nicht derselben Klasse. Aber davor begaben wir uns per Pedes auf eine Inselerkundigung. Ja, das Restaurant war ganz passabel, auch wenn es die Güte des anderen nicht erreichte. Beim Zurückkommen zum Beiboot ein kleiner Schock, der kleine Inselhafen war trockengefallen. Was nun? Ich schnappte mir kurzerhand einen Jollenwasserungswagen und mit diesem schleppten wir darauf das Beiboot zu einer anderen Rampe. Der Abend war also gerettet…..

Ploumanac‘h – L’Aber Wrac‘h

Ploumanac‘h – L’Aber Wrac‘h

19. Juli 2021

Bereits beim Morgengrauen um 06:00 verliessen wir Ploumanac’h um noch über die Gezeitenschwelle zu gelangen, die wir dann doch noch mit dem Kiel „sanft küssten“. Einmal mehr  genossen wir beim Hinausfahren nochmals die wunderbare „Steinkulisse“ von Ploumanac‘h. Leider liess uns Äolos im Stich und wir mussten abermals den Dieselgott um seine Gunst bitten. Die Durchfahrt zwischen Roscoff und der Île de Raz erforderte navigatorisch einiges an Aufmerksamkeit. Die restliche Fahrt nach l’Aber Wrac’h erfolgte bereits schon routinemässig, die dann aber von einer Delphinschule wunderbar abgerundet wurde. Im Hafen begleitete uns alsdann der Hafenmeister an unseren Gästeplatz. Bald nach dem Ankertrunk bereitete Richard ein ganz feines Essen mit Jakobsmuscheln als Vorspeise und danach Poulet und Gemüse à la Richard zu, das wir dann mit einem feinen Glas Rotwein doch sehr genossen.

Paimpol – Ploumanac‘h

18. Juli 2021

Bevor wir um 12:00 in die Schleuse einfahren konnten, war ein Hafen- und Stadtrundgang angesagt, um gewisse Einkäufe zu tätigen. Tja, auch heute liess uns der Wind im Stich. Die Nordpassage zur Île de Bréhat mit den vielen Felsen unter und über Wasser ist immer wieder beeindruckend. Aber noch beeindruckender war dann die Einfahrt zum Hafen von Ploumanac’h. Vorbei am Ex-Schlösschen von Didi Hallervorden gelangten wir knapp über die Hafenschwelle zu den Gästebojen. Guy vom Nachbarschiff nahm uns die Bugleine ab. Vielleicht nicht ohne Grund, denn er fragte uns anschliessend, ob er mit uns und unserem Beiboot an Land fahren darf. Gemeinsam unternahmen wir eine kleine Wanderung vorbei an einem Shantychor, und Guy erzählte uns manch interessante Geschichten über diesen absolut sehenswerten Ort. Richard kam ob der „Stein- und Felsenkulisse“ nicht aus dem Staunen hinaus. Nie hätte ich gewagt ihm diesen Platz nicht zu zeigen, wie schon letztes Jahr Elisabeth. Nach einem feinen Restaurantbesuch wanderten wir zum Leuchtturm um diesen faszinierenden Ort weiter zu erkunden. Beim Einnachten wartete Guy bereits auf uns, um dann gemeinsam mit unserem Dinghy zu unseren Schiffen zu rudern.

Diélette – Paimpol

17. Juli 2021

Schon um 07:30 verliessen wir Diélette, war das nächste Ziel Paimpol doch über 68 Seemeilen entfernt. Es scheint so, dass uns das Hoch über England wirklich schönes und warmes Wetter beschert, aber leider keinen Wind. Die Diesel-Tankstelle unseres nächsten Etappenziel in Brest wird sich freuen, die Sonnencreme-Fabrikanten auch….. Vor Paimpol warfen wir den Anker aus, da in der Fahrwasserrinne gezeitenbedingt noch zu wenig Wasser war. Erst nachts um 23:00 konnten wir in die Schleuse zum Yachthafen einfahren und fanden dann einen sehr engen Gästeplatz.

Cherbourg – Diélette

16. Juli 2021

Um 14:30 baute der Mechaniker den neuen Anlasser ein, aber der wollte leider nicht wie wir! Nach mehreren erfolglosen Versuchen stellte er fest, dass das Relais ebenfalls einen Defekt aufwies. Dieser Defekt bewirkte ein stetes Mitlaufen des Anlassers mit der Maschine, und das mag wahrlich kein Anlasser. In der Werkstatt fand er alsdann ein gebrauchtes Relais und nach dessen Einbau konnten wir sehnlichst Cherbourg Richtung Diélette verlassen. Leider mochte der Wind nicht so wie wir, aber die Maschine tuckerte schön brav und der starke Gezeitenstrom schob uns zeitweise mit über 10 Knoten über Grund bis nach Diélette. Die Einfahrt war recht spannend, hatten wir doch nur wenige cm unter dem fast eingefahrenen Kiel. Beim Aufsuchen des Hafenmeisters kam ich am Hafenrestaurant vorbei und sah wie dort Moules serviert wurden. Ich reservierte sofort einen Tisch und „verknurrte“ meinen Mitsegler Richard mit mir dort zu essen, was aber keinerlei Überredungskünste bedurfte. Sie waren sehr lecker.

Leider noch immer ohne Bilder 😥

Cherbourg

15. Juli 2021

Bereits vor 08:00 waren wir bei der ortsansässigen Motorenwerkstatt. Beginnen die Franzosen um 08:00? Nein, die beginnen ihre Arbeit erst um 09:00! Also zurück zum Schiff und um 09:00 wieder zur Werkstatt. Dort fingen wir den Chef ab, der gerade die Werkstatttüre öffnete. Er versprach uns, um 10:00 einen Mechaniker zum Schiff zu schicken. Der bestätigte meinen Verdacht: Der Anlasser! Leider hatten sie keinen an Lager, versprachen uns aber am nächsten Tag einen zu erhalten und einzubauen Also konnten wir doch wieder etwas Hoffnung schöpfen.

Bilder folgen später

Itchenor – Chebourg

14. Juli 2021

Bei einem einladenden Sonnenaufgang verließen wir unter Maschine um 04:23 (MEZ) Itchenor Richtung Frankreich. Schon bald konnten wir die Segel setzen und die Mea Requies lief ganz ordentlich.

Doch um 10:30 flaute der Wind ab, sodass wir die Maschine starten mussten. Auf der Fahrt über den englischen Kanal begegneten uns viel weniger Frachter, als ich erwartet hätte. Um 14:10 frischte der Wind jedoch wieder auf und wir erreichten dank dem Gezeitenstrom über 9 Knoten, einfach geil, keine Wolken und Sonne pur 😃 So darf es immer sein. Erst im Vorhafen von Cherbourg strichen wir die Segel und erreichten kurz darauf unter Maschine unseren Gästeplatz. Da stieg uns ein unangenehmer Duft aus dem Schiff in die Nase, ganz ähnlich wie vor zwei Jahren in Edinburgh! Doch zuerst gingen wir essen, da der Zugang zum Hafen wegen dem Nationalfeiertag und dessen Feuerwerk ab 22:30 bis 00:30 gesperrt war. Wir trösteten uns mit einem für diese Region typischen Sauerkraut mit Fisch. Beim Zurückkommen versuchte ich die Maschine zu starten. Meine Vermutung bestätigte sich, nichts ging! Lang konnte ich danach nicht einschlafen……

14. Juli 2021