15./16. September 2020

Odysee, oder die Irrfahrten der Mea Requies: St. Vaast la Hougue – 49°N 55,5’N, 001° 07,5’W – 49° 44,5’N, 0° 53,2‘W – Itchenor

Um 07:00 legten wir voller Vorfreude in St. Vaast ab und motorten Richtung Norden. Der schöne Sonnenaufgang versprach einen schönen Tag zu werden, dachten wir…

Bald kam Wind auf und es lief unter Segel fantastisch, einfach super.

Ein strahlender Steuermann, noch……

Tja, super, bis ich folgende e-mail der Southerly-Werft erhielt:

Hi Arnold

You will still have to self-isolate for 14 days, you can not do this on the Northshore Jetty, as it is a working Jetty. You will need to go to Cowes for the 14 days.

Best Wishes

Nigel

Die Bord-Stimmung fiel zuunterst in den Keller, bzw. nautisch gesprochen, in die Bilge. Immerhin hatten wir Glück im Unglück, dass uns diese e-mail überhaupt noch erreichte (da wir schon weit weg vom Land waren) und nur wenige Minuten später keine Kommunikation mehr möglich war. Nicht auszudenken, wenn wir diese e-mail erst kurz vor der englischen Küste erhalten hätten und gezwungen gewesen wären, den ganzen Weg wieder nach Frankreich zurück zu fahren. Es blieb uns also nichts anderes übrig als umzukehren und den Kurs Richtung Frankreich nach Le Havre einzuschlagen. Frust pur! Auf der Position 49° 44,5’N, 0° 53,2‘ W erreichte uns dann eine neue Nachricht:

Hi Arnold

I have found a way round this problem, If you come over to Chichester Harbour as if you are coming to Northshore, I can arrange a Swing Mooring in the Harbour where you can Isolate for the two days, But you can not get off the boat until your transport is at Itchenor to run you to the airport on Thursday the 17th of September. I will give you the location of the mooring later today. We can pick up Mea Requires from the mooring, 72 hrs after you have left the boat. We will keep an eye on her, when you are not on board. If you can get back to me ASAP.

Best Wishes

Nigel  

Fernab vom Land waren wir jeweils nur ganz kurz online, wenn überhaupt. Ein Kontakt zu Nigel war nicht möglich. Was tun? Wir gingen davon aus, dass er seriös abgeklärt hat, und nahmen wieder Kurs Richtung England auf. Es wurde ein langer Tag und eine lange Nacht. Die Querung des Kanals erforderte bei dem vorherrschenden Schiffsverkehr einiges von uns ab, war doch trotz AIS und Radar dauernd Ausschau zu halten.

AIS: Da war doch einiges los. links oben die Isle of Wight
Sonnenuntergang auf hoher See

Die Einfahrt bei dunkler Nacht in den engen Eingang nach Chichester verlangte nochmals einiges an Konzentration und Aufmerksamkeit ab.

So entschied ich mich um 03:10 bei West-Wittering den Anker zu werfen und erst bei Tagesanbruch die zugewiesene Boje aufzusuchen. Bei Dunkelheit in die enge Gasse von unzähligen Yachten, die an Bojen liegen, unsere zugewiesene Boje aufzusuchen war mir zu riskant. Was wir alsdann um 07:35 nach einem verdienten, aber kurzen Nickerchen auch taten.

Fahrt zu unserer „Quarantäne-Boje“

Die Boje fanden wir gut, aber bald kam Nigel und teilte uns mit, dass wir zu einer anderen Boje näher bei der Werft fahren müssen. Na, wenn es nur das ist. Dann galt es zu Packen und mehrere Arbeiten zu erledigen, damit die Werft in den nächsten Tagen das Schiff auswassern kann. Für den 17. haben wir bei der BA einen Flug nach Zürich organisiert und hoffen, dass es mit dem Wassertaxi (um uns auf der Mea Requies abzuholen), dem Taxi zum Flughafen und dem Flug alles klappt. Ja, gegenüber dem letztjährigen Törn habe ich wiederum einiges erlebt, aber auf gewisse Erlebnisse mit dem Covid könnte ich sehr gut verzichten. Auf jeden Fall möchte ich an dieser Stelle nochmals Elisabeth und meinen Mitsegler danken, mit denen ich sehr schöne Tage erleben durfte. Auch meinem letzten Mitsegler Markus, der in den letzten beiden Tagen, ohne zu murren mitgemacht und das Beste daraus gemacht hat. Vielleicht klassifizieren sie uns in Kloten als Hochleistungssportler, dann müssen wir (nachdem wir vor England in Frankreich waren) nicht in die Quarantäne. Verdient hätten wir es ja…..

Und so sah unsere Irrfahrt aus:

Unsere Irrfahrt; Kurs England, dann Le Havre, dann wieder England. Der Wendepunkt ist im AIS nicht ersichtlich, da ausserhalb der Funkreichweite.

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