Marbella – Málaga

8. September 2022

Nach dem Frühstück legten wir im Hafen von Marbella ab und hofften, einen Bootsplatz im Yachtclub von Málaga zu erhalten. Im neueren, stadtnahen Hafen, wurde meine Anfrage  folgendermassen beantwortet: “Sorry to say that our marina can only house yachts over LOA 20M as per legal restrictions. Due to that, I´m afraid we cannot take your booking. I hope you manage to find a proper alternative“.

Ich glaube ich muss mir für das Mittelmeer eine grössere Kiste kaufen…

Als wir den Hafen des Yachtclubs von Málaga nach rund fünfeinhalb Stunden „Motorenwind“ erreichten (zwischendurch zeigte sich der Windgott für eine knappe Stunde doch noch gnädig), kam uns ein Marinero mit einem Beiboot entgegen um uns mitzuteile, dass der Hafen „ocupado“ sei (besetzt). Zum Glück konnte Elisabeth ihm auf Spanisch erklären, dass sie vor zwei Stunden mit dem Club telefoniert hat und ihr gesagt wurde, dass wir kommen können und uns beim Hafeneingang über Funk auf Kanal 9 melden sollen.

Unterwegs
Doch noch Wind zum Segeln…
Málaga

So erhielten wir einen Superplatz, allerdings bis jetzt mit Abstand der teuerste, ab was solls?

Katzenhaie?
Auf Restaurantsuche, vorbei am Leuchtturm

Bald darauf genossen wir auf dem Festland mit Hafensicht ein ganz gutes Nachtessen.

Und unser heutiger Track

Estepona – Marbella

7. September 2022

Estepona ist eine sehr schöne Stadt mit vielen schönen Blumen und für uns zum Teil fremden Bäumen, und ganz offensichtlich massenhaft arbeitsamen Stadtgärtnern, die wir überall sehen konnten.

Gymnastik….
Abmarschbereit
Tulpenbaum
Stierkämpfer auf dem Kreisel

Unser Spaziergang führte vorbei durch einladende Wohnquartiere und farbige Parks mit nistenden Papageien in Dattelpalmen.

Darauf besuchten wir das Orchideenhaus von Marbella (Orchidarium) mit seinen blühenden Orchideen und anderen Pflanzen.

Zurück auf dem Schiff legten wir um 15:25 Uhr in Estepona ab. Wir hatten wieder den typischen kein-Wind. Bereits auf meinem ersten Törn im Jahre 1976 taufte ich das Mittelmeer «Mare Motorum», wobei der Atlantik in diesem Jahr auch nicht viel besser war…

Marbella, wir kommen

Nach unserer Ankunft in Marbella schlenderten wir durch die Stadt und genossen unter anderem den Anblick von diversen Dalí-Kunstwerken, bevor wir ein Restaurant für eine Meeresfrüchte-Paella aufsuchten.

Das war eine feine Paella
Gymnastik…., wegen geschlossenem Tor,..
Und unser Track

Marina Alcaidesa (bei Gibraltar) – Estepona

6. September 2022

Um 10:30 verliessen wir den Hafen von Alcaidesa und konnten sehr bald bei idealen Winden die Segel setzen.

Noch unter britischer Gastlandflagge und der von Gibraltar
Westseite

Die Umrundung der Südspitze von Gibraltar war sehr speziell und absolut beeindruckend.

Südspitze mit Europapoint

Bedrückend war dann die Vorbeifahrt am Frachter Os 35, der nach einer Kollision mit einem anderen Frachter auf Grund gesetzt wurde, um seinen Total-Untergang zu verhindern. Mehrere Rettungsschiffe und -boote darum herum sicherten die Umgebung, damit niemand hindurchfahren kann, und um die Ölsperren unter Kontrolle zu behalten.

Im Hintergrund Marokko
Trauriger Anblick
Ostseite
In der Bucht war doch ziemlich viel los
Und weiter geht’s

Nach Ankunft im Hafen von Estepona mussten wir erstmals an einer so genannten Mooring festmachen, d.h. wir konnten nicht mehr so bequem seitwärts aus dem Schiff aussteigen.

Am Abend bekochte mich Elisabeth mit delikaten Chili-Knoblauch-Spaghetti und danach machten wir uns auf zu einem kleinen Rundgang um das Hafenareal mit seinen zahlreichen Restaurants und Bars. Die Anlage rund um den Hafen inkl. Empfangsbüro ist in blau-weiss wie in Griechenland gehalten und sieht sehr einladend aus.

Und unser Track

Marina Alcaidesa (bei Gibraltar)

5. September 2022

Heute war ein weiterer Besichtigungstag für Gibraltar angesagt. Ich packte die Bordvelos in diesem Jahr erstmals aus der Backbordkiste aus und war wenig erstaunt, dass sie trotz Revision in Hendaye (für über € 200.-) kaum besser aussahen, kaum weniger Rost hatten, und kaum besser funktionierten, als im Jahr zuvor…

Das Velo für Elisabeth war einigermassen funktionstüchtig, ganz im Gegensatz zu meinem, dessen Gangwechsel mehr schlecht als recht funktionierte.

Unsere Bord-Drahtesel
Links Marokko, rechts Spanien

Mit den Velos überquerten wir den Zoll der Strasse entlang über die Flugpiste und fuhren auf der Westseite bis knapp zum südlichsten Punkt auf meist aufgefülltem Land, dessen Untergrund vorwiegend aus der Aushöhlung der über 50 km langen Verteidigungstunnels und -Anlagen im Berg von der Belagerung von 1779 bis 1783 stammt.

100 to-Kanone
Very british; Schuluniformen…

Im modernen Stadtteil «Ocean Village» mit Hotelschiff, Casino, Luxuswohnungen und Marina genossen wir vor der Rückkehr zur Mea Requies ein feines fernöstliches-Essen.

Marina Alcaidesa (bei Gibraltar)

4. September 2022

Heute war ein Hafen-, bzw. Besichtigungstag für Gibraltar angesagt. Kurz nach dem spanischen/britischen Zoll fuhren wir mit einem geführten Taxi durch Gibraltar und dann den Berg hinauf, um an diversen Besichtigungsorten anzuhalten.

Der erste Affe
St. Michael’s Cave
Konzertgrotte, im 2. Weltkrieg ein Spital
Und weitere Affen
Upper Rock
Ein eher traurige Tatsache, die Os 35 nach einer Havarie auf Grund gelaufen und mit auslaufendem Öl….
Sicht auf den Flughafen
Mit Gottesacker, nicht gerade besonders ruhig, neben der Flugpiste…
Mit diesen Schiffchen haben sie die Schlacht von Trafalgar gewonnen?
Um die 50 km lange Gänge im Felsen, alles von Hand erarbeitet…
Sehr harte Arbeit..

Darauf gönnten wir uns zuerst einen Salat im Hafen von Quennsway Quay und flanierten darauf durch die Gassen von Gibraltar.

Anglikanische Kirche
Was ist falsch an diesem Bild?
Lover’s Lane
Lord Nelson
Das Beiboot der Putzfrau meines Butlers….
Hängende Gärten

Zurück auf dem Schiff erfrischten wir uns nach dieser Wärme zuerst mit einer Dusche an Bord und hielten eine kleine Siesta ab, bevor wir dann eine Beiz aufsuchten.

Trotz Taxi kam ich heute auf über 14‘234 Schritte…

Real Club Náutico de Algeciras – Marina Alcaidesa (vor Gibraltar)

3. September 2022

Schon beim Anlegen gestern, aber auch heute Morgen noch, roch der ganze Hafen sehr penetrant. Wonach, war nicht klar zu benennen. Ein Mix aus Kläranlage, faulendes Watt, tote Fische, Schwerölgestank von den Tankern, etc.

Wir entschieden, dass wir da nicht lange, bzw. ganz sicher keine zweite Nacht bleiben wollten. Dabei fanden wir noch heraus, dass sich Antonio Banderas gestern Abend nahe von uns im Clubhaus befand, als Redner an der Versammlung zur aktuell stattfindenden Regatta. Was, ihr kennt ihn nicht? Elisabeth schon 😉

So gab es an diesem Tag lediglich einen Abstecher ins Dorf, wo wir zum Markt von Algeciras fanden, was sich rückblickend gesehen lohnte. Die Atmosphäre war super, das Beobachten der Verkäufer und eigene Flanieren wunderbar, der frittierte Fischteller zum Mittag ebenso und beim arabischen Metzger mit seinen vielen bunten Waren und den verschleierten Damen mit ihrem Goldschmuck, die mehrere Taschen voller Fleisch einkauften, hätte Elisabeth noch ewig zusehen und zuhören können (Arabisch tönt irgendwie spannend).

Nach der Rückkehr legten wir bald los und querten die Bucht Algeciras zum nahegelegenen Hafen nördlich Gibraltar, da wir auf der englischen Seite von Gibraltar keinen freien Anlegeplatz Platz erhielten.

Elisabeth lockte dem Nachbarboot mit ihrem super Anlegemanöver ein „very impressive“ ab, was schliesslich zu einem netten gemeinsamen Ankertrunk und interessanten Geschichten zu ihren und unseren diversen Erlebnissen führte.

Elisabeth beim „Kochen“

Morgen freuen wir uns auf die Erkundung von Gibraltar, seinen Affen und Höhlen, etc.

Tanger – Algeciras

2. September 2022

Nach dem Frühstück begab ich mich um 09:00 Uhr in die Altstadt von Tanger. Es war für mich wie eine völlig andere Welt. Enge Gassen, Männer in Röcken und nicht wenige verhüllte Frauen. Es hatte mindestens so viele wildlebende Katzen wie zahlreiche Wechselstuben. Viele der folgenden Bilder müssen nicht kommentiert werden.

Apotheke

So schade konnte Elisabeth nicht mitkommen. Sie nutzte die Zeit für haushälterisches rund ums Schiff und blickte sich hin und wieder nach dem Wachtposten um, der seit ca. 06:30 Uhr alle Stege in der Gegend praktisch pausenlos auf und ab ging.

Tanger war übrigens mit 35° und ca. 47‘ Nord der südlichste Punkt unserer Reise.

Nach einem Salat-Zmittag hofften wir auf eine zügige Weiterreise wieder zurück zum europäischen Festland. Der Wind zeigte sich vielversprechend. Zuerst mussten wir aber nochmals an den Wartesteg fahren, um auszuklarieren. Eine kurze Sache, dachten wir. Doch auch das Ausklarieren dauerte über eine Stunde und, nach dem lange ersehnte Ausreisestempel in meinem Pass, kamen nochmals drei Uniformierte mit ihren schmutzigen Strassenschuhen auf und in die Mea Requies. Erstaunlich war, dass sie auch dieses Mal keinen Spürhund dabei hatten. Vielleicht haben die marokkanischen Uniformierten einfach eine geschulte Nase, wobei sie selbst schon ziemlich streng rochen…

Dann endlich, um 14:25 MEZ konnten wir ablegen und segelten mit einer wunderbaren Backstagbrise Richtung Tarifa in Spanien. Heute entschädigte uns Äolus nach dem Zolltheater in Tanger seit langen mit einem Wind, der bezüglich Richtung und Stärke nicht hätte besser sein können. Wir pflügten mit bis zu 8 Knoten so richtig durchs Wasser und unsere Seglerherzen hüpften so richtig vor Freude.

Meine gestrige E-Mail-Anfrage an Tarifa blieb unbeantwortet und so versuchten wir unsere Anfrage für einen Bootsplatz auf dem telefonischen Weg. Leider verfügten sie über keinen freien Platz, sodass wir nach Algeciras weiter segeln „mussten“. Das Queren der Schifffahrtsstrasse von Gibraltar war recht spannend, war da doch einiges los.

Kurz vor Gibraltar bogen wir in die Bucht von Algeciras ein, wo sich vor drei Tagen ein Tankerunglück ereignete und wir vermutlich das Schiff, dass noch teilweise schwimmt, sahen, bevor wir in den Hafen des Real Club de Algeciras abbogen, um dort festzumachen. Im dortigen Club genossen wir nach dem Ankommen eine feine Dorade mit einem Glas Wein.

Sancti Petri, bzw. Club Nautico Gallineras – Tanger

1. September 2022

Bereits um 07:58 Uhr fuhren wir los, hatten wir doch über 45 Seemeilen bis nach Tanger in Marokko vor uns.

Vor dem Losfahren

Wir liessen Punta de las Piedras Backbord liegen, um bald aus den Steinen und Untiefen heraus zu sein. Der Wind schien an seiner fiesen Taktik festzuhalten. Die Dieseltankstelle in Malaga wird ihm dankbar sein….

Dann passierten wir das geschichtsträchtige Cabo de Trafalgar. 1805 vereitelte Nelson hier den Plan Napoleons, England einzunehmen. Sein Sieg in der letzten grossen Seeschlacht unter Segelschiffen kostete ihn jedoch sein Leben.

Cabo de Trafalgar

Nach 20 Seemeilen tauchte der afrikanische Kontinent am diesigen Horizont auf.

Freude herrscht

Im AIS kann man den regen Schiffsverkehr erkennen.

Rechts der 3-Master Athena

In der Strasse von Gibraltar nahm ich die spanische Gastlandflagge runter und setzte die gelbe „Quarantäneflagge“ zum bevorstehenden Einklarieren in Tanger.

Die gelbe Flagge
Tanger

Wir legten am Wartesteg an, um einzuklarieren, was über eine Stunde dauerte… Im ersten Büro kopierte der Hafenbeamte alle Schiffs-, Versicherungs- und übrigen Papiere und druckte sie aus, um nach der Übermittlung zum Hauptbüro herauszufinden, dass alles schon per E-Mail, die wir tags zuvor gesandt hatten, vorhanden war…. Dann mussten wir ins Zoll- und später noch ins Polizeibüro, wo sie die Unterlagen vom ersten Büro hatten, aber alles nochmals einlasen und kopierten, und wir jedes Mal noch weitere Formulare ausfüllten…

Vom Polizeibüro aus wurden wir dann von drei Beamten zum Schiff eskortiert, die dieses kontrollierten… Wir fühlten uns wie die Hauptattraktion des Ortes, da Kinder und verschleierte Damen alle anhielten, um zuzuschauen…

Danach ging es nochmals mit dem ersten Beamten zurück zu einem vierten Büro, um zu zahlen und herauszufinden, wo wir für die Nacht anlegen und welches Prozedere vor der Wegfahrt zu durchlaufen ist (wieder zum Wartesteg mit Zollzettel, der später zugestellt wird)…

Etwa nach der Halbzeit erklärte der Hafenbeamte, dass ein Landgang nur mit einem Reisepass möglich ist (wegen den Ein- und Ausreisestempeln). Elisabeth hatte leider nur die ID dabei und durfte somit nicht an Land …

Zum Anlegesteg konnten wir erst gehen, als drei Marineros zur Hilfestellung bereit waren. Eine wirkliche Hilfe waren sie beim Anlegen nicht gerade, aber sie meinten es wirklich gut.

Die Arme musste auf dem Schiff bleiben…
Ich komm ja wieder….

Darauf begab ich mich alleine auf eine Erkundungs- und Einkaufstour.

Zurück auf dem Schiff verwöhnte mich Elisabeth mit den eingekauften Pouletfilets … Sie waren nicht marokkanisch, aber dennoch ganz gut 😉

Statt der geplanten zwei, bleiben wir nun hier nur für eine Nacht. Den afrikanischen Kontinent wollen wir jedoch nochmals über Ceuta ansteuern, das eine spanische Exklave in Marokko ist.

Und unser Track

Rota – Sancti Petri, bzw. Club Nautico Gallineras

31. August 2022

Der Wind zieht seine Taktik konsequent durch, d.h. er weht nicht, und wenn er weht, dann aus der falschen Richtung. So auch wieder heute. Dennoch genossen wir die Fahrt aus dem Hafen Rota hinaus an Cádiz und langgezogenen Stränden vorbei bis zum Yachthafen von Sancti Petri, der leider über keinen freien Platz mehr verfügte.

Vorbei an Cádiz
Beim Grosssegel bergen, auch wenn es nur zum Stützen war…

Also setzten wir unsere Fahrt für rund zwei Seemeilen durch den interessanten „Caño de Sancti Petri“ (Kanal) bis zum Yachthafen Club Nautico Gallineras fort. Auch dort verfügten sie über keine freien Plätze, doch wenn man den „Pudelblick aufsetzt“ und freundlich zu den Spaniern ist, versetzt das zuweilen halbe Berge, und es fand sich dank dem Chef, der hinzugeholt wurde, doch noch ein Platz.

Beim Anlegen/Festmachen

Noch immer bin ich keinem unfreundlichen Spanier oder Portugiesen begegnet 😊

Währenddem ich anhand der Karten die nächsten Tagesziele vorbereitete und den Hafen Tanger in Marokko betreffend eines Bootsplatzes anschrieb, begab sich Elisabeth auf eine kleine Erkundungstour ins Dorf und um letzte Einkäufe für das Abendessen an Bord zu machen. Dabei fielen ihr vor allem die vergitterten Fenster der kleinen Häuser und Flachdächer auf, was doch einen ziemlichen Kontrast zum Norden darstellt.

Elisabeths feines Gemüsecurry, es mundete sehr :-))

Und unser heutiger Track:

Wenn morgen alles klappt, segeln wir zum afrikanischen Kontinent nach Tanger. Wir sind gespannt und freuen uns, ist es doch für uns der erste Wechsel mit dem eigenen Schiff zu einem anderen Kontinent.

Pratteln – Rota

29. und 30. August 2022

Am Abend des 29. Augusts trafen wir nach der Landung auf dem Flughafen Jerez und anschliessender Taxifahrt wohlbehalten im Yachthafen von Rota ein. Nach einem kleinen Stadtbummel kehrten wir zum Nachtessen in einem guten Restaurant ein.

Tags darauf fuhren wir nach dem Morgentee und einer Dusche mit dem Bus nach Cádiz. Dort angekommen genossen wir zuerst ein Morgenessen, bevor wir eine Stadtrundfahrt unternahmen.

Auf dem folgenden Stadtbummel besuchten wir unter anderem die Kathedrale und die Markthalle mit ihren rund 140 Tapasständen.

Musizierende Engelskinder im Chor
Krypta
Auf was steht sie?
Mehr Bilder von Cádiz in meinem Blog vom 23. August 2022

Am späten Nachmittag fuhren wir mit dem Bus zurück nach Rota, um uns zuerst mit frischen Lebensmitteln für den leeren Kühlschrank einzudecken, und dann in einem Restaurant noch etwas Kleines zu essen.

Im Hintergrund Regen…